Plug & Play 500 Watt Solaranlage

Im Mai 2016 habe ich auf dem Dach meiner Wohnung in einem 6-Parteien Mehrfamilienhaus eine 500 Watt „Steckdosen“ (eine sogenannte Plug&Play) Solaranlage installieren lassen. Dabei ist jeweils ein 250 Watt Modul südöstlich und das zweite 250 Watt Modul südwestlich auf dem Dach ausgerichtet. Damit bekommen ich von morgens bis abends Solarstrom vom eigenen Dach!

Achtung: Aktualisierung 17. Dezember 2020: Aufgrund eines Fehlers in den aufgezeichneten Messdaten habe ich korrigierte Werte im folgendem Blog-Artikel beschrieben.

Elektrisch sind die Module (Polykristallines Solarmodul 255Wp, AEG AS-P602) über einen Modulwechselrichter (ReneSola Replus-250, ENS integriert) direkt am Modul in Reihe geschaltet und liefern den Strom über eine 230V Kabel mit Schuko-Stecker und eine dedizierte Leitung direkt in den wohnungseigenen Sicherungsschrank.

Fritz!DECT 200 misst den Stromertrag

Zur Messung des Energieertrags habe ich eine Fritz!DECT 200 Steckdose zwischen Anlage und Steckdose gesteckt. Mit dieser Steckdose und einer normalen Fritzbox kann ich den gewonnenen Solar-Strom direkt messen und mir täglich einen Bericht per E-Mail von der Fritzbox schicken lassen. Hier ein Beispiel vom 19. Juni 2017:

Die Energie wird von der Fritzbox in Wattstunden (Wh) gemessen. Für jede 15-Minuten liefert mir die Fritz!DECT 200 Steckdose die gemessene Energie. Das Integral all dieser 15-Minutenwerte liefert eine Gesamtenergie für diesen Tag in Höhe von 3,19kWh!

Folgendes Diagramm zeigt den monatlichen Ertrag von Juni 2016 bis September 2020:

Einige Anomalien oder vielleicht besser gesagt Trends kann man bereits aus diesen wenigen Daten erkennen (Achtung: Daten nicht mehr aktuell siehe Aktualisierung):

  • August 2016: Maximaler Monatsertrag (fast 80kWh) aus über 4 Jahren
  • Januar 2017: Extrem hoher Ertrag im Januar damit ungewöhnlich viel Sonnenschein: Ertrag mehr als 3 mal so groß wie in den anderen Jahren
  • Das Jahr 2018 ist im Vergleich zu den anderen Jahren deutlich sonniger (Siehe auch unten Gesamtertrag)
  • April 2020: Sehr sonniger April, höherer Ertrag als Monate Juni, Juli oder August anderer Jahre

Im folgendem Bild ist der Ertrag pro Jahr zu sehen. Von Mai 2016 bis September 2020 waren es insgesamt 2.341,4kWh an solarem Strom! (Achtung: Daten nicht mehr aktuell siehe Aktualisierung)

Das folgende Diagramm stellt den Solarertrag dem tatsächlich abgerechnetem Stromverbrauch des Energieversorgers gegenüber. (Achtung: Daten nicht mehr aktuell siehe Aktualisierung)

Es ist klar ersichtlich, dass der abgerechnete Strom deutlich zurückgegangen ist. Im Jahr 2019 sind wir Anfang März in unser frisch renoviertes Haus gezogen und die alte Wohnung dient nun als großzügiges Büro! Daher ist der deutlich geringere Verbrauch ab 2019 zu erklären. Wie viel des „eigenen“ Stroms wir tatsächlich selbst verbraucht haben, lässt sich nicht direkt sagen. Der abgerechnete Strom lässt aber den Schluss zu, dass es ca. 250 bis 300kWh sind. Bei einer Investitionssumme von ca. 1.500€ (Module und Wechselrichter von solar-pac.de, Elektriker und Dachdecker) bedeutet das eine tatsächliche Rendite zwischen 4,1% und 5,2%. Ich erwähne das hier nur weil die meisten Leute fragen: „Rechnet sich das überhaupt?“ Ja, es rechnet sich und hilft dem Klima!

Der Rückgang des Stromverbrauchs vor der Installation der Solaranlage lässt sich so erklären: Im Januar 2013 haben wir den alten Geschirrspüler durch einen damaliges A++-Gerät ersetzt. Außerdem habe ich einen Heim-Server (lief vorher 24 Stunden, 7 Tage) abgeschaltet. Im Jahr 2016 kam die Solaranlage dazu und gleichzeitig vergrößerte sich unser Haushalt von 2 auf 3 Personen.

Ich vermute nun, dass in den Jahren 2019 und 2020 ein recht hoher Anteil „meines“ Solarstroms in das „öffentliche“ Stromnetz zurück geflossen ist. Wahrscheinlich hat der erzeugte Strom aber überhaupt nicht das 6-MFH verlassen und ist direkt von meinen Mitbewohnern des 6-MFH Hauses verbraucht worden. Deren Stromlieferant rechnet dann aber den Strom ab, der überhaupt nicht geliefert wurde. Hier ist die Politik gefragt und sollte Rahmenbedingungen schaffen, so dass jedem Plug&Play Solaranlagen-Betreiber die eingespeiste Menge an Strom vergütet wird. Mittlerweile sind ja die Smart-Grid fähigen Zähler vorhanden und mit jeder Plug&Play Solaranlage wird Strom vor Ort produziert und muss nicht über große Strecken transportiert werden!

Für die rechtliche Einordnung einer Plug&Play Solaranlage verweise ich hier lieber direkt auf die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie kurz DSG. Hier finden Sie für alle Fragen die richtige Antwort (siehe FAQ)!


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Ergebnisse (4 Stimmen)

3 Antworten auf „Plug & Play 500 Watt Solaranlage“

  1. Hallo Zusammen,

    natürlich gibt es eine Einspeisevergütung für den Strom! Das EEG ist auch hier anwendbar.

    Steht sogar in der FAQ der DGS darin unter den Punkt „Kann ich EEG – Einspeisevergütung für meinen eingespeisten Strom erhalten“

    Antwort aus der FAQ „Ja, wenn das Solar-Gerät in das öffentliche Netz einspeist kann die Einspeisevergütung nach EEG in Anspruch genommen werden. Dafür müsste die Menge des eingespeisten Stroms per Zähler erfasst werden. Gleichzeitig müssen auch verschiedene Meldepflichten und die 70% Regel erfüllt werden. (Quelle Verbraucherzentrale NRW e. V.)“

    Das was ihr wollt, ist eine Vergütung die losgelöst ist von der EEG Regelung.

    Bei o.g. Definition, sind ja etwas mehr Regel und Knebelungen vorgegeben, aber machen kann das auch.

    Nutzt man noch die Kleinunternehmerregelung und schlägt diese nicht aus, wie es üblich für große Anlagen ist, dann wäre dies eine Option.

    Ein Problem sehe ich nur bei der 70% Regel. Die Modulwechselrichter können das nicht und man müsste immer sicherstellen, dass nicht mehr als diese 70% eingespeist werden würden 🙂

    Ansonsten, wenn die Anlage angemeldet ist, dann gibt es regulär auch einen 2 Richtungszähler, der die Einspeisung dann misst und somit auch vergütbar macht.

    Man darf aber die Vergütung für diese kleinen Anlagen per EEG ausschlagen und schenkt die paar kwh dem Netzbetreiber. Trotzdem will er dann den 2-Wegezähler haben um zu wissen, wieviel kwh eingespeist wurden. 😀

    Viele sonnige Grüße
    Steffen

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